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5/304  2010-2011 DE / EN 5/304 untersucht das Verschwinden historischer Spuren ehemaliger Zwangsarbeitslager im heutigen Stadtbild Essens. Fünf ausgewählte Standorte werden in ihrem gegenwärtigen Zustand fotografiert und mit den historischen Quellen konfrontiert, durch die ihre frühere Nutzung überhaupt noch nachvollziehbar ist. 5/304 investigates the disappearance of historical traces within the contemporary urban landscape of Essen. Five former forced-labour camp sites are photographed in their present-day condition and set against the archival evidence through which their former use can still be reconstructed.













Über dieses Projekt
5/304 untersucht das Verschwinden historischer Spuren innerhalb des heutigen Stadtbilds von Essen. Während des Zweiten Weltkriegs war die industrielle Wirtschaft der Stadt in hohem Maße auf Zwangsarbeit angewiesen. Hunderte Lager für Kriegsgefangene und Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter wurden im gesamten Stadtgebiet eingerichtet, um Arbeitskräfte für die Krupp-Rüstungsbetriebe und weitere Unternehmen bereitzustellen. Obwohl ihre Standorte durch historische Forschung dokumentiert sind, ist von ihrer früheren Präsenz heute nur wenig sichtbar.

Das Projekt konzentriert sich auf fünf ehemalige Lagerstandorte aus insgesamt 304 dokumentierten Orten in Essen. Mithilfe von Archivdokumenten, historischen Karten und kommunalen Unterlagen wurden die Standorte identifiziert und anschließend in ihrem heutigen Zustand in Schwarzweiß fotografiert. Wohnbebauung, Einkaufszentren, öffentliche Gebäude und Parkplätze haben die Lager ersetzt und nur wenige sichtbare Spuren der Geschichte dieser Orte zurückgelassen.

Die Recherche stützte sich auf Materialien aus dem Ernst-Schmidt-Archiv und der Fotografischen Sammlung der Stadt Essen. Historische Quellen dienten dazu, die ehemaligen Standorte zu rekonstruieren, bevor sie fotografisch dokumentiert wurden. Dadurch entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen archivalischer Evidenz und gegenwärtigem Stadtraum.

Die Fotografien thematisieren die Abwesenheit sichtbarer Zeugnisse in der urbanen Umgebung. Sie fragen danach, wie Orte, die von Gewalt, Zwangsarbeit und Verfolgung geprägt waren, nach und nach in den Alltag übergehen und welche Folgen dieses Verschwinden für historische Erinnerung und kollektives Gedächtnis hat.

5/304 investigates the disappearance of historical traces within the contemporary urban landscape of Essen. During the Second World War, the city’s industrial economy relied heavily on forced labour. Hundreds of prisoner-of-war and labour camps were established throughout the city to supply workers for the Krupp armaments factories and other industries. Although their locations have been documented through historical research, little of their former presence remains visible today.

The project focuses on five former camp sites selected from a total of 304 documented locations across Essen. Identified through archival documents, historical maps, and municipal records, the sites were photographed in black and white in their present-day condition. Housing developments, shopping centres, public buildings, and parking lots have replaced the camps, leaving few visible traces of the histories embedded within these places.

Research for the project drew upon material from the Ernst Schmidt Archive and the Photographic Collection of the City of Essen. Historical sources were used to reconstruct the locations before they were photographed, creating a dialogue between archival evidence and the contemporary city.

The photographs address the absence of visible evidence within the urban environment. They explore how places marked by violence, forced labour, and persecution gradually become absorbed into everyday life, raising questions about the relationship between landscape, historical memory, and collective remembrance.
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5/304 2010–2011 DE / EN 5/304 untersucht das Verschwinden historischer Spuren innerhalb des heutigen Stadtbilds von Essen. Während des Zweiten Weltkriegs war die industrielle Wirtschaft der Stadt in hohem Maße auf Zwangsarbeit angewiesen. Hunderte Lager für Kriegsgefangene und Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter wurden im gesamten Stadtgebiet eingerichtet, um Arbeitskräfte für die Krupp-Rüstungsbetriebe und weitere Unternehmen bereitzustellen. Obwohl ihre Standorte durch historische Forschung dokumentiert sind, ist von ihrer früheren Präsenz heute nur wenig sichtbar.

Das Projekt konzentriert sich auf fünf ehemalige Lagerstandorte aus insgesamt 304 dokumentierten Orten in Essen. Mithilfe von Archivdokumenten, historischen Karten und kommunalen Unterlagen wurden die Standorte identifiziert und anschließend in ihrem heutigen Zustand in Schwarzweiß fotografiert. Wohnbebauung, Einkaufszentren, öffentliche Gebäude und Parkplätze haben die Lager ersetzt und nur wenige sichtbare Spuren der Geschichte dieser Orte zurückgelassen.

Die Recherche stützte sich auf Materialien aus dem Ernst-Schmidt-Archiv und der Fotografischen Sammlung der Stadt Essen. Historische Quellen dienten dazu, die ehemaligen Standorte zu rekonstruieren, bevor sie fotografisch dokumentiert wurden. Dadurch entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen archivalischer Evidenz und gegenwärtigem Stadtraum.

Die Fotografien thematisieren die Abwesenheit sichtbarer Zeugnisse in der urbanen Umgebung. Sie fragen danach, wie Orte, die von Gewalt, Zwangsarbeit und Verfolgung geprägt waren, nach und nach in den Alltag übergehen und welche Folgen dieses Verschwinden für historische Erinnerung und kollektives Gedächtnis hat.